Kultur

Wiener Artpop-Duo Dramas richtet “Bloodbath” an

© Adrian Bidron

Das 2016 gegründete Wiener Artpop-Duo Dramas präsentierte mit dem Album “Nothing Is Permanent“, das im Oktober 2018 veröffentlicht wurde, ein emotionales Debüt. Infolgedessen machten sich Viktoria Winter und Mario Wienerroither auch als Live-Band einen Namen. Nach einer erfolgreichen Single-Zusammenarbeit Anfang 2020 mit “Radiotapes” wurde im Mai der erste Single-Vorläufer “Undercover Dreamer” des neuen Albums veröffentlicht. Mit “Bloodbath” (Fabrique Records) folgte nun die zweite Auskoppelung und ein kunstvoll gestaltetes Musikvideo in 4K-Auflösung.

Indie-Act wird erwachsen

Nachdem ihr erstes Album zahlreiche Indie-Airplay-Hits in ganz Europa landete, unter anderem mit dem Song “Mess”, konnte das Duo Dramas eine große Fangemeinde aufbauen. Beim Radio FM4-Fest, Popfest Wien, Waves Festival oder als erstklassige Tourunterstützung für den britischen Shootingstar Cosmo Sheldrake überzeugten Dramas auf der Bühne. Viktoria Winter und Mario Wienerroither verpacken schwere und bedrückende Inhalte in reduzierte, tief bewegende Musik. Cineastic Synthesizer-, Drum- und Piano-Sounds verschmelzen mit Winters Stimme zu einem unverwechselbaren Sound.

Minimal High Gloss

Die Nummer “Bloodbath” nimmt recht spät mit einem Break und zusätzlichen Klängen Fahrt auf. Das Video zieht sich auf eine Länge von 3:30, was in Anbetracht der Message (?) und tonalen Bandbreite etwas zu lang ist. Der Titel hält nicht ganz, was er verspricht. Blut kommt nirgendwo vor, auch keine Badewanne. Der Kopf der Sängerin ist zwar hin und wieder abgetrennt, bleibt jedoch von Anfang bis zum Ende des Musikstücks redselig.

“Bloodbath” Cover (Fabrique Records)

Kritik: Blutlos bedeutet nicht rotlos. Davon gibt es genug im Video. “Bloodbath” klingt wie ein Mantra aus der Oberstufen-Englischklasse. Mancher Reim geht daneben. Musikalischer Minimalismus ohne Trash-Faktor in Kombi mit High-Gloss-Video und manch irrwitzigen Referenzen – das Wenige kann manchmal zu viel des Guten sein. Vor allem wenn kein Blut spritzt. Auf zwei Minuten komprimiert könnte der Song gut fahren. Das Potential wäre da.

(PA/key)

Veröffentlicht von
Redaktion

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