Aufgrund der Corona-Krise hat die Stadt Wien eine besondere Badesaison versprochen. Vor zehn Wochen gab Bürgermeister Michael Ludwig die Regeln bekannt: Mindestabstand, besondere Hygienevorschriften sowie Mundschutzmasken in einigen Bereichen. Damit das Corona von infizierten Badegästen nicht ins Auge des Nachbarn spritzt, erhalten heuer alle mehr Platz im Städtischen Bad. Am ersten Ferienwochenende in Wien mit über 30 Grad Hitze hatte das Bädermanagement den ersten großen Bestandstest.
Um einen risikofreien Badebetrieb zu ermöglichen und den Empfehlungen des Gesundheitsministeriums zu entsprechen, wurden ergänzende Regeln zur Badeordnung festgelegt:
Die Vorgabe von 10 m2 pro Badegast bedeutet eine Reduktion der BesucherInnen auf rund ein Drittel des normalen Fassungsvermögens. Eine rasche Vollauslastung der Bäder war allemal zu erwarten, wenn Sommer und Ferien da sind. Nachdem Mai und Juni mit heißen Tagen gegeizt haben, und Gott sei Dank auch öfters wieder Regen fiel, ist die Schonfrist für das Personal der Wiener Bäder nun vorüber.
Der Sommer in Wien verspricht heiß zu werden und alle reden über den Herbst.
Die Wetteraussichten am 5. Juli haben gehalten, was sie versprochen haben: Wolkenloser Himmel über Wien, eine angenehme Brise Wind, über 30 Grad Hitze, schön. Dass die Menschen ins Freibad strömen würden, war so klar wie die Sonne am Himmel, die den wartenden Badegästen beim Anstellen auf den Kopf gebrannt hat. Dabei kam es auch zu unschönen Szenen. Weinende Kinder und überforderte Eltern konnten einem leidtun. Für viele gab es trotz langen Wartens keinen Einlass. Alle Bäder Wiens waren ab Nachmittag voll. Viele zogen danach überhitzt und entnervt nach Hause. Von der Sonne gegrillt und dehydriert, aber wenigstens nicht mit Corona infiziert.
Mit 10 m2 Freifläche zum Liegen im Freibad und 6 m2 Wasserfläche zum Schwimmen gibt es keinerlei Infektionsrisiko im Freibad, weshalb die Regeln ja auch auf den Meter genau aufgestellt wurden. Der Weg ins Paradies Freibad ist für schlaue Badegäste ein Klacks, aber für Arbeiter und Angestellte nicht leicht zu durchschauen. Viele haben sich vor dem Gänsehäufel nicht ganz ausgekannt, warum einige Badegäste einfach durch spazieren, und andere in der Schlange vor dem Bad anstellen müssen.
Nur wenige dürften wissen, dass Eintrittskarten im Vorverkauf in allen Freibädern und in den Hallenbädern Brigittenau, Hütteldorf und Jörgerbad von 9 bis 15 Uhr sowie im Amalienbad von 10 bis 18 Uhr erhältlich sind. Die Vorverkaufskarten können für den jeweiligen Tag sowie für die folgenden 3 Wochentage ausgestellt werden. Dadurch soll an den Eingängen Gedränge so gut es geht verhindert werden. Vor dem Gänsehäufel versammelte sich ab 13:30 Uhr eine immer größere Menge vor dem Haupttor und drängte sich am Gehsteig.
Ein Ordner mit Mundschutz wurde als Vorposten am Checkpoint Gänsehäufel-Brücke platziert, um ankommende Badegäste in Empfang zu nehmen. Davor bildete sich eine Ansammlung, die mit jeder Minute größer wurde. Während sich eine lange Reihe am Gehsteig bildete, gingen andere Badegäste schnurstracks durch ein Nebentor. keymedia hat sich beim Ordner erkundigt, wie man am schnellsten reinkommt. Der wusste zwar nichts über Vorverkaufskarten, die gibt’s nicht, meinte er, und “Wer hat das geschrieben”? (Anm. wir natürlich). Dafür erklärte er uns den WhatsApp Trick.
Beim Pressetermin zum Start der Badesaison 2020 in Wien mit Stadtrat Jürgen Czernohorszky und Bäderchef Hubert Teubenbacher lag der Verdacht nahe, dass so ein Konzept niemandem vor Ansteckung schützen kann. Die langen Schlangen und das Gerangel um die Eintrittskarten vor dem Bad sind eher förderlich, sich mit dem Virus zu infizieren, als im Becken oder auf der Liegeweise in Kontakt zu kommen. “Zusammenkrachen” tun ohnehin alle miteinander, ob draussen vor der Tür oder drinnen. Aber das können wohl nur Experten genau berechnen.
Meinung: Dieses “halbe Erlauben” macht politisch keinen Sinn. Passiert nichts punkto Superwelle, sind alle Wiener und Wienerinnen sauer, weil sie nicht in die Wiener Bäder durften, und sich einen Sonnenstich beim Anstellen geholt haben. Kommt es jedoch zum großen Ausbruch, wird der Bürgermeister ohnehin geteert und gefedert.
Schneller als man denkt, wird aus einem Babyelefanten eine kleine Maus
Ein erster Stresstest macht noch lange keinen verpatzen Sommer, aber so weiterzumachen mit dem Bädermanagement bis Ende September wird nicht gehen.
(red) Titel geändert am 10. Juli
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